Inhalt (9 Abschnitte)
- Was hat Stiftung Warentest bei der Grundfähigkeitsversicherung geprüft?
- Wie verteilen sich die Leistungsniveaus?
- Was gehört zum Mindestschutz?
- Was sagt der Test zu Preis, Beruf und Zugang?
- Was kann ein Test nicht zeigen?
- Wie unterscheidet sich der Test vom BU-Test?
- Warum nennen Quellen unterschiedliche Tarifzahlen?
- Drei Beispiele: Wie Sie den Test für Ihre Tätigkeit lesen
- So nutzen Sie den Test sinnvoll
- Stiftung Warentest verglich 37 Tarife von 19 Versicherern (Modellkunde: 25 Jahre, 1.500 € Rente bis 67): 5 Tarife erreichten ein sehr hohes, 15 ein hohes, 11 ein mittleres und 6 ein niedriges Leistungsniveau (17.06.2025).
- Der Mindestschutz umfasst unter anderem Hände und Arme, Gehen, Stehen, Sitzen, Treppensteigen, Heben, Knien, Autofahren, Sehen, Hören, Sprechen, Gleichgewicht, intellektuelle und soziale Fähigkeiten, psychische Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit.
- Tarife mit sehr hohem Leistungsniveau gibt es laut Test für weniger als 1.000 € Jahresbeitrag; körperlich Tätige und Pflegeberufe zahlen meist weniger als für eine BU.
- Einzelbewertungen und Beiträge je Tarif liegen hinter einer Bezahlschranke; ein Test ersetzt nicht den Abgleich der Bedingungen mit Ihrer Tätigkeit.
Stiftung Warentest verglich 2025 37 Grundfähigkeitstarife von 19 Versicherern (Modellkunde 25 Jahre, 1.500 € Rente bis 67): 5 Tarife erreichten ein sehr hohes, 15 ein hohes, 11 ein mittleres und 6 ein niedriges Leistungsniveau (17.06.2025). Einzelbewertungen sind kostenpflichtig; einen für jeden Beruf passenden Gewinner gibt es ohnehin nicht.
Was hat Stiftung Warentest bei der Grundfähigkeitsversicherung geprüft?
Die Stiftung Warentest hat die Grundfähigkeitsversicherung im Juni 2025 in einem eigenen Vergleich behandelt. Der frei zugängliche Teil nennt als Datenbasis 37 Tarife von 19 Grundfähigkeitsversicherern. Als Bewertungsmaßstab dient das Leistungsniveau; Beiträge werden für einen Modellkunden berechnet, 25 Jahre alt, mit einer Rente von 1.500 € monatlich bis zum 67. Geburtstag. Der Test zeigt außerdem Kosten mit und ohne Psyche-Schutz; für die Detailergebnisse bietet die Stiftung eine Datenbank an, die kostenpflichtig ist. Wir geben deshalb nur den frei zugänglichen Teil wieder und nennen keine Tarifbezeichnungen.
Das ist eine wichtige Einschränkung für das, was wir hier zitieren können. Wir geben weder eine Rangliste noch einen Gewinner weiter, und wir ersetzen das Original nicht. Wer die Einzelbewertungen sehen möchte, findet sie bei der Stiftung Warentest selbst. Unsere Aufgabe ist eine Einordnung: Was sagt der Test aus, was nicht, und wie nutzen Sie ihn sinnvoll?
Wie verteilen sich die Leistungsniveaus?
Die Zahlen zeigen: Gut die Hälfte der getesteten Tarife (20 von 37) erreicht ein hohes oder sehr hohes Leistungsniveau, knapp jeder sechste ein niedriges. Das spricht für Unterschiede am Markt, nicht für ein Gütesiegel einzelner Anbieter. Ein hohes Leistungsniveau bedeutet laut Test, dass der Katalog und die Schwellen den Mindestschutz weitgehend erfüllen; wie sich das für Ihre Tätigkeit auswirkt, bleibt offen. Dazu passt die Beobachtung der Verbraucherzentrale NRW, dass es keine einheitlichen Standards gibt (Stand 08.05.2025).
Was gehört zum Mindestschutz?
Die Stiftung Warentest definiert einen Mindestschutz, den ein Tarif erfüllen sollte. Die Tabelle gruppiert ihn zur besseren Lesbarkeit; die Zuordnung der Gruppen stammt von uns.
| Bereich | Fähigkeiten im Mindestschutz | Beispiel für eine Definition |
|---|---|---|
| Bewegung und Körper | Gebrauch von Händen und Armen, Gehen, Stehen, Sitzen, Treppensteigen, Heben und Tragen, Knien und Bücken | Gehen: 400 m über festen, ebenen Boden ohne Pause |
| Sinne und Sprache | Sehen, Hören, Sprechen, Gleichgewichtssinn | Hören: mindestens 60 dB Hörverlust bei 2 kHz auf beiden Ohren |
| Mobilität | Autofahren | Entzug oder Rückgabe der Fahrerlaubnis aus gesundheitlichen Gründen, Gutachten |
| Geist und Psyche | Intellektuelle und soziale Fähigkeiten, psychische Erkrankungen, Pflegebedürftigkeit | Psychische Baustein-Definitionen, siehe Psyche-Seite |
Für die Psyche schreibt die Stiftung ausdrücklich, dass sie sich oft gegen Mehrbeitrag mitversichern lässt, und zeigt im Test die Kosten mit und ohne diesen Schutz. Das ist für die Praxis wertvoll: Der Preisunterschied zwischen einem Tarif mit und ohne Psyche-Baustein macht deutlich, wie viel die häufigste BU-Ursache (32,3 %, Morgen & Morgen, April 2026) im Beitrag ausmacht. Mobilität (Autofahren) ist laut Test bei einigen Versicherern optional zubuchbar. Mehr zum Baustein-Prinzip lesen Sie auf der Seite Grundfähigkeitsversicherung – was ist das?
Was sagt der Test zu Preis, Beruf und Zugang?
Drei Aussagen des frei zugänglichen Teils sind für die Praxis besonders relevant. Erstens: Tarife mit sehr hohem Leistungsniveau gibt es für weniger als 1.000 € Jahresbeitrag – gerechnet für den Modellkunden. Das ist eine Obergrenze für den Modellfall, keine Preisliste, und für ältere oder anders eingestufte Personen kann der Beitrag deutlich abweichen. Zweitens: Wer körperlich oder in einem Pflege- oder Sozialberuf arbeitet, zahlt meist weniger als für eine BU. Drittens: Der Beruf spielt bei der Leistungsprüfung keine Rolle; ob jemand weiterarbeiten kann, ist für die GF unerheblich.
Zum Zugang schreibt der Test, dass die Gesundheitsprüfung meist Zeiträume von drei oder fünf Jahren abfragt, bei stationären Aufenthalten und psychischen Erkrankungen teils zehn Jahre; mögliche Folgen sind Ablehnung, Ausschlussklausel oder Risikozuschlag. Das ist ein Hinweis auf die Annahmepraxis, keine Aufforderung an Sie, hier Angaben zu machen. Gesundheitsangaben beantworten Sie erst im Antrag oder im Gespräch mit einem Experten, der Voranfragen auch anonym stellen kann.
Was kann ein Test nicht zeigen?
Ein Test ist ein Stichtag, ein Modellkunde und ein Kriterienkatalog. Daraus folgen Grenzen, die für jede Produktbewertung gelten:
- Modellkunde statt Sie. Ein 25-Jähriger mit 1.500 € Rente ist nicht dasselbe wie eine 40-jährige Pflegekraft oder ein 30-jähriger Dachdecker. Beiträge und Annahme weichen ab.
- Kriterien statt Ihre Tätigkeit. Ein Tarif kann den Mindestschutz erfüllen und trotzdem eine für Ihre Arbeit entscheidende Fähigkeit auslassen.
- Stichtag statt Fortschreibung. Bedingungen ändern sich. Die gelesenen Werke tragen Stände von 2025 bis 2026; prüfen Sie immer die Fassung Ihres Angebots.
- Leistung im Fall statt Leistung im Versprechen. Ein Test bewertet Bedingungen, nicht die Praxis der Leistungsprüfung. Für die GF liegt uns keine belegte Leistungsquote vor; wir behaupten daher keine. Zum Vergleich: Für die BU wird eine Quote von rund 80 % der Anträge bewilligt genannt.
- Ein Produktfamilien-Urteil fehlt. Der Test sagt nichts darüber, ob die GF für Sie die richtige Familie ist. Dafür gibt es die Prüfreihenfolge der Verbraucherzentralen: zuerst die BU.
Die Stiftung Warentest selbst ordnet die Versicherung ein: Sie könne eine Lösung sein, wenn keine BU abgeschlossen werden kann oder bezahlbar ist, und wer weder BU noch GF bekommt, könne Alternativen wie Erwerbsunfähigkeits-, Dread-Disease-, Funktionsinvaliditäts- oder Unfallversicherung prüfen (17.06.2025). Zum Vergleich der Produktfamilien lesen Sie Grundfähigkeit oder Berufsunfähigkeit.
Wie unterscheidet sich der Test vom BU-Test?
Die Stiftung Warentest (Finanztest) untersuchte zuletzt auch BU-Tarife: Im Test vom 19.05.2026 waren es 56 Tarife, davon 42 sehr gut. Die beiden Produkte sind nicht mit denselben Maßstäben messbar, denn die BU hat einen gesetzlich geprägten Auslöser (§ 172 VVG), die GF eine tariflich definierte Liste. Die Zahl der Tarife mit „sehr gut“ im BU-Test ist deshalb nicht mit der Zahl der Tarife mit „sehr hohem Leistungsniveau“ im GF-Vergleich vergleichbar. Wer beides nebeneinanderlegt, vergleicht zwei Skalen, nicht zwei Qualitäten. Eine Gegenüberstellung der Produkte selbst bietet die Seite Grundfähigkeit oder Berufsunfähigkeit.
Warum nennen Quellen unterschiedliche Tarifzahlen?
Wer sich einliest, stößt auf scheinbar widersprüchliche Zahlen. Die Stiftung Warentest betrachtete 2025 37 Tarife von 19 Versicherern. Morgen & Morgen zählte laut einer Meldung von cash-online im Jahr 2022 112 Tarife, nach 78 im Jahr 2021 und 53 im Jahr 2020, von „über 20 Anbietern“. Beides stimmt: Die eine Zahl beschreibt eine Testauswahl, die andere den Markt zu einem früheren Zeitpunkt, und die Zählweise (Tarife, Tarifstufen, Bausteinkombinationen) unterscheidet sich. Für die Praxis ist das ein Warnsignal: Wer „den Markt“ vergleichen will, vergleicht in Wahrheit einen Ausschnitt. Das ist auch der Grund, warum ein Experte, der Angebote mehrerer Versicherer einholt, mehr leistet als ein einzelner Tarifrechner.
Drei Beispiele: Wie Sie den Test für Ihre Tätigkeit lesen
Die folgenden Beispiele sind frei gebildete Lesehilfen, keine Fälle mit Personenbezug.
Körperlich arbeitende Person. Hier lohnt der Blick auf die Fähigkeiten Heben und Tragen, Knien und Bücken, Gehen und Stehen. Ein Tarif mit hohem Leistungsniveau, der diese Fähigkeiten im Grundschutz hat, ist ein Kandidat; ein Tarif, der sie nur im Zusatzbaustein führt, ist es, wenn der Baustein im Angebot enthalten ist. Die Aussage der Stiftung, dass körperlich Tätige meist weniger zahlen als für eine BU, macht den Vergleich der Beiträge besonders interessant.
Büro- oder Beratungstätigkeit. Hier steht die BU im Vordergrund; den Test lesen Sie als Ergänzung. Der Mindestschutz ist körper- und sinnesorientiert; Konzentration, Kommunikation und Belastbarkeit kommen nur über Psyche-, Intellekt- und Pflegebausteine vor. Die Stiftung verweist selbst darauf, dass bei Lehr-, Beratungs- und Wissenschaftsberufen eher die BU leistet. Ein hohes Leistungsniveau ist für diese Gruppe vor allem als Ergänzung zur BU interessant.
Person mit Interesse an späterem BU-Wechsel. Der frei zugängliche Teil des Tests enthält keine Aussagen zur Wechseloption der GF. Diese Frage müssen Sie in den Bedingungen klären; die Seite Von der Grundfähigkeit in die BU wechseln beschreibt drei Regelungen mit Fristen und Altersgrenzen.
So nutzen Sie den Test sinnvoll
1. Als Filter, nicht als Urteil
Nutzen Sie das Leistungsniveau, um Tarife mit offensichtlichen Lücken auszuschließen, nicht, um einen einzigen Gewinner zu bestimmen.
2. Mit Ihrer Checkliste abgleichen
Legen Sie die Grundfähigkeiten-Checkliste neben den Mindestschutz: Welche Ihrer Kernfähigkeiten fehlen?
3. Bedingungen lesen
Prüfen Sie Schwellen, Hilfsmittel und Psyche im Original; Beispiele finden Sie im Vergleichsleitfaden.
4. Preis je 100 € Rente berechnen
Der Kostenvergleich macht Angebote vergleichbar.
5. Mit einem Experten sprechen
Ein spezialisierter Experte kennt die aktuellen Fassungen und Annahmerichtlinien und kann Angebote einholen. Das Gespräch ist kostenlos und unverbindlich.
Ein Test ist ein guter Startpunkt und ein schlechter Schlusspunkt. Wenn Sie Ihren Weg zur Absicherung suchen, erhalten Sie mit dem kostenlosen Check auf der Startseite in 60 Sekunden Ergebnis und Fahrplan per E-Mail; der Überblick zur GF steht unter Grundfähigkeitsversicherung: Leistung, Kosten, Grenzen.
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Absicherungs-Entscheider (PDF)Häufige Fragen
Was hat Stiftung Warentest bei der Grundfähigkeitsversicherung getestet?
Verglichen wurden 37 Tarife von 19 Versicherern für einen Modellkunden mit 25 Jahren und 1.500 € Rente bis zum 67. Geburtstag. Bewertet wurde ein Leistungsniveau von sehr hoch bis niedrig (17.06.2025).
Wie viele Tarife erreichten ein sehr hohes Leistungsniveau?
Fünf der 37 Tarife erreichten ein sehr hohes, 15 ein hohes, 11 ein mittleres und 6 ein niedriges Leistungsniveau (Stiftung Warentest, 17.06.2025).
Gibt es einen Testsieger bei der Grundfähigkeitsversicherung?
Wir nennen keine Tarife oder Sieger. Der frei zugängliche Teil der Stiftung Warentest nennt Verteilungen und Kriterien; die Einzelbewertungen liegen hinter einer Bezahlschranke. Für Ihre Entscheidung zählt ohnehin die Passung zu Ihrer Tätigkeit.
Was gehört zum Mindestschutz laut Stiftung Warentest?
Gebrauch von Händen und Armen, Gehen, Stehen, Sitzen, Treppensteigen, Heben und Tragen, Knien und Bücken, Autofahren, Sehen, Hören, Sprechen, Gleichgewichtssinn, intellektuelle und soziale Fähigkeiten sowie psychische Erkrankungen; außerdem Leistung bei Pflegebedürftigkeit.
Ist ein Testergebnis eine Kaufempfehlung?
Nein. Ein Test bewertet Modellkunden und bestimmte Kriterien. Ob ein Tarif zu Ihrem Beruf, Ihrem Alter und Ihrer Annahme passt, zeigt nur der Abgleich der Bedingungen, am besten mit einem Experten.
Quellen
- Stiftung Warentest: Berufsunfähigkeit – So sichern Sie Ihr Arbeitseinkommen ab (Grundfähigkeitsversicherung im Vergleich) – 17.06.2025, frei zugänglicher Teil
- Stiftung Warentest: Berufsunfähigkeitsversicherung im Test – 19.05.2026
- Verbraucherzentrale NRW: Grundfähigkeitsversicherung – Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung? – Stand 08.05.2025
- Alte Leipziger: Anhang Grundfähigkeiten (GF10), pm 2373 – Stand 01.2025, abgerufen 25.10.2026
- NÜRNBERGER: Allgemeine Bedingungen Grundfähigkeitsversicherung, GN331010 – Fassung 07/2026, abgerufen 25.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Absicherung der Arbeitskraft (Stand: 25. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Produktbeschreibungen auf dieser Seite sind allgemeine Einordnungen aus den genannten Quellen, keine Tarifempfehlung und keine Aussage über einzelne Versicherer; maßgeblich sind die Bedingungen des jeweiligen Tarifs. Herausgeber: Grundfähigkeit-Check.de. Grundfähigkeit-Check.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.